{"id":10163,"date":"2019-04-15T12:22:05","date_gmt":"2019-04-15T10:22:05","guid":{"rendered":"https:\/\/kuehe-gesund-fuettern.de\/?p=10163"},"modified":"2024-07-22T08:27:20","modified_gmt":"2024-07-22T06:27:20","slug":"niedrige-dcab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kuehe-gesund-fuettern.de\/niedrige-dcab\/","title":{"rendered":"Niedrige DCAB"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"10163\" class=\"elementor elementor-10163\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-1a32c49d elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"1a32c49d\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\" data-settings=\"{&quot;jet_parallax_layout_list&quot;:[]}\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-17117e90\" data-id=\"17117e90\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-629f0b2 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"629f0b2\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h2><span class=\"NormalTextRun SCXW259781273 BCX8\">Niedrige DCAB-Werte in der Grassilage<\/span><span class=\"NormalTextRun SCXW259781273 BCX8\"> nicht<\/span><span class=\"NormalTextRun SCXW259781273 BCX8\"> einfach ignorieren. <\/span>Erfahrungen aus der Praxis<\/h2><p><strong>Oft stellen Milchviehherden ihre Betreuer vor gro\u00dfe Herausforderungen. Ein in der Praxis h\u00e4u\ufb01g zu \ufb01ndendes Szenario ist, dass die K\u00fche eine zu geringe Trockenmasseaufnahme haben und zu wenig Milch geben, obwohl die Grundfuttersilagen und die Rationsberechnung keinerlei Hinweise auf ein\u00a0<\/strong><strong>Problem geben. Die Ration verf\u00fcgt \u00fcber ausreichend Energie und Rohprotein. Die Faserverdaulichkeit\u00a0<\/strong><strong>liegt hoch. Das F\u00fctterungsmanagement wurde optimiert. Trotzdem bleibt die Milchmenge hinter den\u00a0<\/strong><strong>Erwartungen zur\u00fcck. Oft ist eine niedrige DCAB die unerkannte Ursache &#8230;<\/strong><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-5c3efab elementor-widget elementor-widget-button\" data-id=\"5c3efab\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"button.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-button-wrapper\">\n\t\t\t\t\t<a class=\"elementor-button elementor-button-link elementor-size-sm\" href=\"https:\/\/www.kuehe-gesund-fuettern.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/MP-Artikel-Niedrige-DCAB.pdf\">\n\t\t\t\t\t\t<span class=\"elementor-button-content-wrapper\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<span class=\"elementor-button-text\">Original-Artikel anzeigen<\/span>\n\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-69b1dcf9 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"69b1dcf9\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Zur beschriebenen Leistungsdepression kommen mitunter noch tiergesundheitliche Probleme hinzu: Die Herde verf\u00fcgt \u00fcber eine schlechte Klauengesundheit und\/oder die Fruchtbarkeitsleistung f\u00e4llt geringer aus als gewohnt. Kurzum: Die K\u00fche kommen nicht so richtig \u201eaus dem Knick\u201c.<br \/>Der Grund l\u00e4sst sich auch durch die Hinzunahme der Meinungen Au\u00dfenstehender (Tierarzt, F\u00fctterungsberater) oft nicht auf Anhieb feststellen. Denn die K\u00fche kauen gut wieder und die Kotkonsistenz ist in Ordnung. Zudem sind die Milchinhaltsstoffe ausgewogen und die MLP-Daten geben keinerlei Hinweise auf eine unausgewogene F\u00fctterung bzw. azidotische Stoffwechsellage. So recht hat niemand eine Idee, was die Herde in ihrer Leistung \u201eausbremst\u201c?!<br \/>F\u00fcr dieses Szenario gibt es in der Praxis nat\u00fcrlich verschiedene m\u00f6gliche Ursachen, welche es gilt, letztendlich abzukl\u00e4ren. Eine m\u00f6gliche Ursache, die in neuster Vergangenheit in der Beratungspraxis immer h\u00e4ufiger auftritt, ist die <strong>metabolische Stoffwechselazidose<\/strong>. Sie kann bei laktierenden K\u00fchen auch durch eine zu niedrige DCAB in der Ration ausgel\u00f6st werden.<\/p><h2>Was versteht man unter DCAB?<\/h2><p>Viele Milchviehhalter haben sich in den letzten Jahren bereits mit dem DCAB-Konzept (DCAB: dietary-cation-anion-balance) in der Trockensteherf\u00fctterung intensiv auseinandergesetzt. Es ist bekannt, dass eine niedrige DCAB in der Trockenstehzeit der Milchfieberprophylaxe dient. Aufgrund hoher Schwankungen in den Grundfuttersilagen ist es wichtig, stets die DCAB-Gehalte in allen eingesetzten Grundfuttermitteln untersuchen zu lassen, da sie starken Schwankungen (In Abh\u00e4ngigkeit von Standort, D\u00fcngung, Schnittzeitpunkt, Ertrag) unterliegen.<\/p><blockquote><pre>Die Berechnung der DCAB erfolgt anhand der folgenden Formel:<br \/><strong>DCAB (meq\/kg TS) = ((43.5 x Na + 25.6 x K) \u2013 (28.2 x Cl + 62.4 x S))<\/strong><\/pre><\/blockquote><p>Die beiden Kationen Kalium und Natrium verschieben den Elektrolythaushalt der K\u00fche in Richtung einer metabolischen Alkalose, Chlorid und der zum Sulfat metabolisierte Schwefel wirken azidotisch. F\u00fcr laktierende K\u00fche wird eine DCAB von 200 bis 350 meq\/kg TS empfohlen. Darauf sind andere Autoren in ihren Artikeln (Engelhard, Frey, Mahlkow-Nerge, Staufenbiel) bereits ausf\u00fchrlich eingegangen.<\/p><blockquote><p>Auch Rationen mit geringem Kraftfutteranteil k\u00f6nnen zu metabolischen Stoffwechselazido-<br \/>sen f\u00fchren, wenn die DCAB in den eingesetzten Grundfuttermitteln niedrig liegt.<\/p><\/blockquote><h2>Wie kommt es \u00fcberhaupt zu einer niedrigen DCAB?<\/h2><p>Durch die Umstellung vieler Herden auf die GVO-freie Rationsgestaltung hat sich die DCAB der Milchviehrationen rechnerisch nach unten verschoben. Viele Rationen enthalten mehr Rapsextraktionsschrot als noch vor drei bis vier Jahren. Es gibt Betriebe, die auch langfristig hohe Mengen Rapsextraktionsschrot (&gt; 5 kg\/Kuh und Tag) einsetzen. Hier lohnt es sich, die DCAB auch im Rapsschrot untersuchen zu lassen.<br \/>Da Rapsextraktionsschrot eine negative DCAB (ca. 0 bis -250 meq\/kg TS) hat, sinkt die DCAB in der Ration bei hohem Einsatz von RES automatisch ab. Wenn zu h\u00f6heren Mengen Rapsextraktionsschrot Grassilagen mit einer hohen DCAB (&gt;400 meq\/kg TS) verf\u00fcttert werden, ergibt sich hieraus in der Regel aber kein Problem, wenn der Gesamtschwefelgehalt nicht deutlich \u00fcber 2,5 g\/kg TS liegt.<br \/>In der Praxis schwankt die DCAB in den Grassilagen jedoch stark (Tabelle) und zwar nicht nur von Betrieb zu Betrieb, sondern auch innerhalb eines Silostocks, von Schnitt zu Schnitt und von Jahr zu Jahr. In der F\u00fctterungsberatung lassen sich Werte von -50 meq\/kg TS bis +600 meq\/kg TS beobachten.<br \/>Je nachdem wie hoch der Grasanteil in der Ration liegt, wird die DCAB der Ration unterschiedlich stark durch die Grassilage beeinflusst. Das muss bei der Rationsgestaltung unbedingt ber\u00fccksichtigt werden.<br \/>An Problemstandorten (z. B. hohe Chloridgehalte durch grundwassernahe B\u00f6den) schwankt auch die DCAB der Maissilagen nicht unerheblich. Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, auch hierin die DCAB mit untersuchen zu lassen. Nur dann l\u00e4sst sich die Gesamt-DCAB der Ration m\u00f6glichst genau berechnen.<br \/>Leider handelt es sich dabei um kein Problem, das nur Hochleistungsbetriebe mit hohen Kraftfuttereins\u00e4tzen und geringen Rohfasergehalten betrifft. Auch Betriebe, die wenig Kraftfutter (&lt;250 g KF\/Liter Milch) verf\u00fcttern, k\u00f6nnen eine sehr niedrige DCAB in der Ration haben. Die DCAB stellt somit eine wichtige Kennzahl dar und sollte deshalb bei Gesamtbetrachtungen der F\u00fctterung und des F\u00fctterungscontrollings immer in die \u00dcberlegungen mit einbezogen werden.<\/p><p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kuehe-gesund-fuettern.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DV-Tabelle-Grassilage.png\" alt=\"Tabelle Grassilage\" width=\"621\" height=\"319\" \/><\/p><h2>Wie l\u00e4sst sich die DCAB im Grundfutter beeinflussen?<\/h2><p>Wie beeinflussen Standort und D\u00fcngung die DCAB in den Grassilagen? In Sachsen-Anhalt wurden erste Versuche zu dem Thema durchgef\u00fchrt (u. a. in Iden; siehe <em>Milchpraxis 4\/2018<\/em>). Auch in der Beratungspraxis l\u00e4sst sich feststellen, dass neben dem Standort und der D\u00fcngung der Landwirt \u00fcber den Schnittzeitpunkt die DCAB am einfachsten beeinflussen kann. Rohfaserreiche Grassilagen verf\u00fcgen \u00fcber geringe Kaliumgehalte. Diese f\u00fchren zu einer geringeren DCAB. Das sind oft optimale Silagen f\u00fcr die Rationsgestaltung im Trockensteherbereich. In Kombination mit z. B. hohen Chloridgehalten kann die DCAB jedoch auch negativ ausfallen. Derartige Silagen k\u00f6nnen bei hohem Einsatz zu einer metabolischen Stoffwechselazidose f\u00fchren.<br \/>Wenn Betriebe eine sehr niedrige DCAB in ihren Grassilagen analysiert haben, so m\u00fcssen alle verf\u00fcgbaren Betriebsdaten genutzt werden, um die Ursachen und Ergebnisse in einen Zusammenhang zu bringen. Die Ackerschlagkartei, Silierprotokolle und eine Aufstellung der Silageergebnisse aus den letzten Jahren verschaffen einen umfangreichen \u00dcberblick. Begr\u00fcndete Gegenma\u00dfnahmen sollten sich einleiten lassen. Das verbessert die Tiergesundheit und Leistungsf\u00e4higkeit der Herde und spart Futterkosten, da die Ration nicht auf Zusatzfuttermittel mit hoher DCAB wie zum Beispiel Natriumhydrogencarbonat oder Melasse angewiesen ist. Werden alternative Zusatzstoffe diskutiert, so ist es wichtig, die DCAB darin untersuchen zu lassen. Es gibt auch Produkte, die zur Abpufferung angeboten werden, die jedoch keine nennenswerten Effekte auf die DCAB der Gesamtration haben.<\/p><blockquote><p>Neben Witterung, Standort und D\u00fcngung bestimmt auch der Schnittzeitpunkt der Grassilage die DCAB ma\u00dfgeblich mit.<\/p><\/blockquote><h2>Welche Auswirkungen hat eine niedrige DCAB auf die K\u00fche?<\/h2><p>Aufgrund der vorgegebenen Grundfuttersilagen erreichen die Rationen oft die empfohlenen DCAB-Gehalte von 200 bis 350 meq\/kg TS nicht. Die DCAB laut Rationsberechnung liegen in der Praxis oft deutlich unter 200 meq\/kg TS. Nicht selten unter 130 meq\/kg TS. Davon sind ca. 15 bis 20 % der Betriebe in Norddeutschland betroffen. Tendenz steigend.<br \/>Bisher ging man davon aus, dass Milchviehrationen mit einer DCAB von 100\u2013200 meq\/kg TS zu einer tiergesundheitlichen Beeintr\u00e4chtigung der melkenden Herde f\u00fchren. In der Praxis l\u00e4sst sich jedoch anhand von einzelbetrieblichen Eckdaten feststellen, dass die Herden sehr unterschiedlich reagieren. F\u00fcr viele Herden ist eine Ration, die mit einer DCAB\u00a0 &lt; 130 meq\/kg TS berechnet ist, bereits zu \u201esauer\u201c. Die Herde wirkt nicht \u201ebelastbar\u201c, ohne offensichtlich krank zu sein. Sie haben dabei kein struppiges Fell oder Durchfall. Sie entsprechen also nicht dem Bild, was man bei einer \u201eklassischen Azidose\u201c durch Pansen\u00fcbers\u00e4uerung erwarten w\u00fcrde. Die K\u00fche fressen vielleicht weniger Trockenmasse (dazu gibt es in er Praxis selten belastbare Daten), geben nicht genug Milch, sind etwas knapp in der K\u00f6rperkondition oder zeigen eine herabgesetzte Fruchtbarkeitsleistung.<br \/>Ob tats\u00e4chlich eine metabolische Stoffwechselazidose vorliegt, l\u00e4sst sich mithilfe der Netto-S\u00e4ure-Basen-Ausscheidung (NSBA; mmol\/l) im Harn feststellen. Die NSBA steht in einem engen Zusammenhang zur DCAB in der Ration. Eine geringe DCAB in der Ration f\u00fchrt zu einer noch geringeren NSBA im Harn. Das Level der metabolischen Ans\u00e4uerung von K\u00fchen l\u00e4sst sich somit relativ einfach messen.<br \/>Die NSBA sollte sich f\u00fcr melkende K\u00fche zwischen 100 bis 200 mmol\/l befinden (Staufenbiel, R.).<\/p><h2>Harnproben entnehmen \u2013 eigene Herdenprofile erstellen<\/h2><p>Da die NSBA auch durch Futteraufnahme und Futterselektionsm\u00f6glichkeit beeinflusst wird, sollten Harnproben von Einzeltieren untersucht werden. Die herdenindividuelle Schwankungsbreite l\u00e4sst sich besser einsch\u00e4tzen und andere Probleme, wie Lahmheiten, Belegungsdichte oder Gesamtfutteraufnahmeniveau k\u00f6nnen bei der Interpretation und Besprechung der Ergebnisse ber\u00fccksichtigt werden. Es empfiehlt sich, zur Kontrolle auch in \u201eguten\u201c Phasen der Herde Harnproben im Labor untersuchen zu lassen. Das Herdenprofil l\u00e4sst sich vervollst\u00e4ndigen und es wird ersichtlich, welche \u201eWohlf\u00fchl-NSBA\u201c die eigene Herde hat. Die in der Literatur zu findenden Spannweiten sind sehr gro\u00df und in der Praxis zeigt sich vor allem im Hochleistungsbereich, dass sie sich in einem deutlich engeren herdenindividuellen Rahmen bewegen. Manche Milchviehherden reagieren bereits auf eine Verschiebung von 20 meq\/kg TS mit einer Verschlechterung bestimmter Eckparameter (verringerte Futteraufnahme, schlechtere Tr\u00e4chtigkeitsergebnisse).<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kuehe-gesund-fuettern.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/DV-Checkliste-DCAB.png\" alt=\"Checkliste DCAB\" width=\"527\" height=\"333\" \/><\/p><h2>Kompakt: Trockenstehration in der Praxis<\/h2><p>Das DCAB-Konzept f\u00fcr Trockensteher wurde bereits h\u00e4ufig publiziert und wird in der Praxis erfolgreich umgesetzt. In der Praxis ist jedoch Folgendes zu beachten: Trockensteherrationen k\u00f6nnen durch den Einsatz von Grassilagen mit niedriger DCAB ausreichend \u201esauer\u201c sein. Wenn solchen Rationen aufgrund der Unkenntnis der tats\u00e4chlichen DCAB zus\u00e4tzlich saure Salze ohne einen ausreichenden Calciumausgleich zugesetzt werden, werden die K\u00fche wom\u00f6glich zu stark anges\u00e4uert. Deshalb auch hier zwischendurch NSBA-Profile anfertigen um absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, ob \u00fcberhaupt der Einsatz von sauren Salzen notwendig ist. Wenn die K\u00fche zu stark anges\u00e4uert sind \u2013 ohne dass die Ration dies ausgleicht \u2013, kann es ebenfalls zu schweren Milchfieberf\u00e4llen im geburtsnahen Zeitraum kommen.<br \/>Und nicht vergessen: Die Silost\u00f6cke sind oft sehr heterogen \u2013 auch in den Mineralstoffgehalten. Nicht selten schwanken die DCAB-Werte innerhalb eines Silostocks um bis zu 300 meq\/kg TS. Falls mit einer gut eingestellten Trockensteherf\u00fctterung pl\u00f6tzlich unerkl\u00e4rbare Probleme von Milchfieber auftreten, sollten die DCAB-Werte im Grundfutter erneut \u00fcberpr\u00fcft werden und gegebenenfalls aktuelle Messungen der NSBA im Harn durchgef\u00fchrt werden.<br \/>F\u00fcr Trockensteherk\u00fche kann optimalerweise eine separate Silage mit gezielt geringerer DCAB angebaut werden.<\/p><h2>Fazit<\/h2><p>In der Praxis treten immer h\u00e4ufiger unspezifische Probleme in laktierenden Kuhherden auf, die sich auf eine vorliegende metabolische Stoffwechselazidose zur\u00fcckf\u00fchren lassen. Die DCAB in der Ration von laktierenden K\u00fchen muss unbedingt bekannt sein. Auf gut gef\u00fchrten Betrieben geh\u00f6rt die Kenntnis der DCAB zum F\u00fctterungscontrolling dazu. Es sollten alle Grundfuttermittel und ggf. die Kraftfuttermittel (vorrangig RES) untersucht werden. Die NSBA-Bestimmung in Harnproben sowie die DCAB-Bestimmung in Total-Misch-Ration-Proben sollten erg\u00e4nzend durchgef\u00fchrt werden. Es empfiehlt sich eigene Herdenprofile zu erstellen, weil viel Hochleistungsherden ihre eigene \u201eWohlf\u00fchl-NSBA\/DCAB&#8220; haben.<br \/>In der Praxis sind die Abweichungen zwischen der berechneten Ration und der tats\u00e4chlichen Stoffwechsellage der Herde oft sehr gro\u00df. Auch, weil die DCAB innerhalb eines Silostocks stark schwanken kann. Um geringe DCAB-Werte auszugleichen, kann in Absprache mit dem F\u00fctterungsberater Natriumhydrogencarbonat (dokumentationspflichtig) eingesetzt werden oder ein anderes Futtermittel mit einer nachweislich hohen DCAB. Nach Einsatz wird die Gegenkontrolle (NSBA im Harn) empfohlen. Mittelfristig solte der Schwerpunkt jedoch auf den Futteranbau gelegt werden. Was sind die Ursachen f\u00fcr die geringe DCAB? Wie l\u00e4sst sich effektiv gegensteuern? Das geht nur mithilfe von ausf\u00fchrlichen Dokumentationen und deren Auswertung im Rahmen eines betriebseigenen Controllings.<br \/>Viel Erfolg und gesunde K\u00fche!<br \/>Deine Denise<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Niedrige DCAB-Werte in der Grassilage nicht einfach ignorieren. Erfahrungen aus der Praxis Oft stellen Milchviehherden ihre Betreuer vor gro\u00dfe Herausforderungen. Ein in der Praxis h\u00e4u\ufb01g zu \ufb01ndendes Szenario ist, dass die K\u00fche eine zu geringe Trockenmasseaufnahme haben und zu wenig Milch geben, obwohl die Grundfuttersilagen und die Rationsberechnung keinerlei Hinweise auf ein\u00a0Problem geben. 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