{"id":11670,"date":"2021-01-14T07:30:36","date_gmt":"2021-01-14T06:30:36","guid":{"rendered":"https:\/\/kuehe-gesund-fuettern.de\/?p=11670"},"modified":"2023-03-17T21:14:17","modified_gmt":"2023-03-17T20:14:17","slug":"milcherloes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kuehe-gesund-fuettern.de\/milcherloes\/","title":{"rendered":"Wie viel Milcherl\u00f6s frisst dein Futter?"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"11670\" class=\"elementor elementor-11670\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-39cad46f elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"39cad46f\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\" data-settings=\"{&quot;jet_parallax_layout_list&quot;:[]}\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-7854a68e\" data-id=\"7854a68e\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-48f26cf elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"48f26cf\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><strong>Wei\u00dft du, was von deinen Milcherl\u00f6sen nach Abzug der\u00a0<\/strong><strong>Futterkosten \u00fcbrig bleibt? Denise V\u00f6lker stellt eine betriebliche\u00a0<\/strong><strong>Kennzahl vor, die in den USA schon weit verbreitet, bei uns aber\u00a0<\/strong><strong>noch relativ unbekannt ist.<\/strong><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-8e42d6f elementor-widget elementor-widget-button\" data-id=\"8e42d6f\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"button.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-button-wrapper\">\n\t\t\t\t\t<a class=\"elementor-button elementor-button-link elementor-size-sm\" href=\"https:\/\/www.kuehe-gesund-fuettern.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/DLG-Artikel-Wie-viel-Erloes-frisst-Ihr-Futter.pdf\">\n\t\t\t\t\t\t<span class=\"elementor-button-content-wrapper\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<span class=\"elementor-button-text\">Original-Artikel anzeigen<\/span>\n\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-7d332d02 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"7d332d02\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><br \/>Die Futterkosten machen 40 bis 60 % der Gesamtkosten der Milcherzeugung aus. Hier ergibt sich mit einer Rationsumstellung gro\u00dfes Optimierungspotential. Zumal auch die Futtermittelm\u00e4rkte, ebenso wie die Milchpreise, hoch volatil sind. Bei einer Futterumstellung stellt sich daher oft die Frage: \u00bbErziele ich auch tats\u00e4chlich einen h\u00f6heren Milcherl\u00f6s, oder wird die Ration nur teurer?\u00ab Amerikanische F\u00fctterungsspezialisten berechnen deshalb die Kennzahl \u00bbIncome over feed cost\u00ab (IOFC): das \u00bbErl\u00f6s nach Futterkosten\u00ab.<br \/><strong>Der eigene IOFC l\u00e4sst sich f\u00fcr den Betrieb einfach berechnen<\/strong>, indem die gesamten Futterkosten von den Milcherl\u00f6sen abgezogen werden:<br \/>IOFC (\u20ac\/Kuh) = Milchmenge (kg\/Kuh) x Milcherl\u00f6s (\u20ac\/kg) \u2013 Futterkosten (\u20ac\/Kuh). Das Ergebnis gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die Futterkosten in Relation zu den Milcherl\u00f6sen. Es zeigt an, wie gut die Herde das Futter in Milch umsetzt. Der Erl\u00f6s nach Futterkosten steht dann f\u00fcr die Abdeckung von weiteren Kostenbl\u00f6cken wie Arbeit, Geb\u00e4udekosten und anderen Spezialkosten zur Verf\u00fcgung.<\/p><h2>Beispielrechnung IOFC<\/h2><p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.kuehe-gesund-fuettern.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Berechnung-IOFC.png\" sizes=\"(max-width: 397px) 100vw, 397px\" srcset=\"https:\/\/www.kuehe-gesund-fuettern.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Berechnung-IOFC.png 397w, https:\/\/www.kuehe-gesund-fuettern.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Berechnung-IOFC-300x155.png 300w\" alt=\"\" width=\"397\" height=\"205\" \/><br \/><strong>In der \u00dcbersicht sind zwei Betriebsbeispiele mit ihrem berechneten IOFC dargestellt.<\/strong> Auf dem Betrieb B werden 32 kg Milch pro Kuh und Tag ermolken. Auf dem Betrieb A sind es nur 25 kg Milch. Hieraus ergibt sich ein um 2,80 \u20ac pro Kuh und Tag geringerer Milcherl\u00f6s f\u00fcr Betrieb A im Vergleich zu Betrieb B. Die etwas niedrigeren Futterkosten k\u00f6nnen diese Differenz nicht ausgleichen. Der Milcherl\u00f6s nach Futterkosten liegt deshalb auf Betrieb A um 2,40 \u20ac\/Kuh und Tag niedriger. Bei einer Herde mit 100 K\u00fchen w\u00fcrde Betrieb B somit ein um 240 \u20ac h\u00f6heres Einkommen nach Futterkosten realisieren als Betrieb A.<\/p><h2>Werden die eingesetzten Futtermittel effizient in Milch umgesetzt?<\/h2><p>Das ist eine wichtige Frage, die sich Betriebsleiter immer wieder stellen sollten. Durch die Auswertung des IOFC k\u00f6nnen Entscheidungen im Bereich der F\u00fctterung und des Herdenmanagements zielgerichteter und sicherer getroffen werden. Denn wenn sich durch einen Futtermittelwechsel bzw. den Zusatz eines Futtermittels zwar die Milcherl\u00f6se steigern lassen, aber gleichzeitig auch die Futterkosten deutlich erh\u00f6ht werden, kann der IOFC pro Kuh und Tag sinken. Wenn die Erl\u00f6se durch niedrigere Milchpreise sinken, ist ebenfalls eine \u00dcberpr\u00fcfung der Ration notwendig. Der IOFC stellt die aktuellen Milcherl\u00f6se den aktuellen Futterkosten gegen\u00fcber und pr\u00fcft, ob sie in einem guten Verh\u00e4ltnis zueinander stehen. Wichtig ist allerdings, dass bei Interpretation des IOFC und Anpassung der Ration nicht nur die \u00f6konomischen, sondern auch ern\u00e4hrungsphysiologische Aspekte ber\u00fccksichtigt werden.<br \/><strong>Eine aktuelle und konstante Datengrundlage ist f\u00fcr die Verwertbarkeit des IOFC entscheidend.<\/strong> Die Erfassung der Erl\u00f6sseite ist hierbei einfach: Die abgelieferte Milchmenge wird mit dem aktuellen Milchpreis multipliziert und durch die Anzahl der K\u00fche dividiert. F\u00fcr die Erhebung der Futterkosten ist die Kenntnis der Futterbeladepl\u00e4ne inklusive Futterrestwiegungen notwendig: Wie viel fressen die K\u00fche am Tag? Welche Komponenten werden gef\u00fcttert und was kosten diese?<br \/>Die Preise f\u00fcr Zukauffuttermittel sind schnell auf den Abrechnungen der Lieferanten zu finden. Schwierig ist dagegen, die Erhebung der Grundfutterkosten. Hierbei musst du im Vorfeld entscheiden, ob mit Marktpreisen oder Herstellungskosten gerechnet werden soll. Bei der Berechnung zu Herstellungskosten werden alle Faktoren ber\u00fccksichtigt: Ertr\u00e4ge, Arbeit, anteilige Pacht, Fl\u00e4chennebenkosten, Maschinenabschreibung, D\u00fcngerkosten, Erntekosten, etc. Mitunter liegt bereits eine Betriebszweigabrechnung f\u00fcr den Futterbau vor, an der du dich orientieren kannst. Ansonsten lohnt es sich, die betrieblichen Grundfutterkosten zu erfassen und auf die Ertr\u00e4ge aus dem Futterbau umzulegen. Die Berechnung der Grundfutterkosten mit Marktpreisen ist ebenfalls m\u00f6glich. Sie bietet sich besonders in Regionen mit einem starken Grundfuttermarkt an. Wichtig ist, dass die Berechnung einheitlich und mit realistischen, aktuellen Preisen erfolgt.<\/p><h2>Der IOFC bewertet die Futterkosten in Relation zu den Milcherl\u00f6sen<\/h2><p><strong>Die Futtermittelm\u00e4rkte in Deutschland sind regional unterschiedlich.<\/strong> Die klassischen Grundfuttermittel in der Milchviehf\u00fctterung sind aber nach wie vor Grasund Maissilage. Neben den eingesetzten Kraftfutterkomponenten spielen h\u00e4ufig zugekaufte Saftfutter (z. B. Biertreber, Trester oder Pressschnitzelsilage) eine Rolle. Milchviehhalter haben eine Vielzahl an M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine ausgewogene Rationszusammenstellung. Damit die Ration aber nicht nur wiederk\u00e4uergerecht, schmackhaft und preisg\u00fcnstig ist, sollte jeder Betrieb am besten monatlich, mindestens jedoch nach jeder Rationsumstellung, seinen aktuellen IOFC berechnen.<br \/>Wird der t\u00e4gliche IOFC pro Kuh betrachtet, ist das Ergebnis stark abh\u00e4ngig vom Laktationsstadium. Gerade zu Beginn der Laktation setzen die K\u00fche das angebotene Futter besonders effizient in Milch um. Deshalb erreichen Frischmelker schnell einen IOFC von 7 bis 10 \u20ac pro Tag. Dieses Ergebnis l\u00e4sst sich mit dem richtigen Herdenmanagement sogar noch weiter steigern. Gegen Ende der Laktation nimmt die Effizienz ab, mit der das Futter in Milch umgesetzt wird. Dann f\u00e4llt auch der IOFC geringer aus. Hier w\u00e4ren 3 bis 6 \u20ac pro Kuh und Tag w\u00fcnschenswert. Wird dieser Wert im letzten Laktationsdrittel nicht erreicht, h\u00e4ngt das oft mit zu hohen Kraftfuttergaben zusammen. Die Ration der Altmelker sollte daher genau gepr\u00fcft werden.<br \/>Wenn die betriebseigene Datengrundlage eine IOFC Berechnung nach Laktationsstadien erm\u00f6glicht, weil F\u00fctterungsgruppen und Milchmengenmessung vorhanden sind, sollte eine separate Auswertung nach F\u00fctterungsgruppen erfolgen. M\u00f6gliche Fehlerquellen lassen sich damit sowohl im F\u00fctterungs- als auch im Herdenmanagement leichter aufdecken. So senken z. B. viele K\u00fche mit Sperrmilch den IOFC, da sie zwar keine Milcherl\u00f6se erzeugen, aber Futterkosten verursachen. Auch der Start in die Laktation ist f\u00fcr das IOFC-Ergebnis wichtig. Denn nur, wenn die K\u00fche gut in die Laktation starten, l\u00e4sst sich neben der Einstiegsleistung auch die Persistenz erh\u00f6hen. Dies f\u00fchrt insgesamt zu einer h\u00f6heren Futtereffizienz, besonderes im letzten Laktationsdrittel.<br \/><strong style=\"color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; word-spacing: normal;\">In den USA arbeiten bereits viele Betriebe mit der Kennzahl IOFC.<\/strong> Sie dient besonders auf gro\u00dfen oder stark wachsenden Betrieben dazu, eine \u00f6konomische F\u00fctterung zu gew\u00e4hrleisten und Fehlentscheidungen zu vermeiden. Regionale amerikanische Modellrechnungen zum IOFC arbeiten mit durchschnittlichen Futtermittel- und Milchpreisen. Dort kann ein Standard-IOFC ermittelt werden, mit dem sich die Betriebe vergleichen k\u00f6nnen. Dieser Standard-IOFC steht in Deutschland bislang noch nicht zur Verf\u00fcgung. Aber es gibt noch zwei weitere Werte, an denen sich die Milchviehbetriebe orientieren k\u00f6nnen: \u00bbHigh IOFC Benchmark\u00ab und \u00bbLow IOFC Benchmark\u00ab: Wenn die Futterkosten nur 40 % der Milcherl\u00f6se verbrauchen, sprechen die amerikanischen F\u00fctterungsspezialisten von einem High IOFC Benchmark. Die Milchproduktion ist im Hinblick auf das Verh\u00e4ltnis Futterkosten zu Milcherl\u00f6sen profitabel. Werden f\u00fcr die Futterkosten hingegen 60 % der Milcherl\u00f6se ben\u00f6tigt, handelt es sich um einen Low IOFC Benchmark. Hier sollte die Futteraufnahme (TM-Aufnahme), der Einsatz von Futterzus\u00e4tzen und die eingesetzte Kraftfuttermenge kritisch gepr\u00fcft werden. Die Futterkosten w\u00e4ren in diesem Fall zu hoch. Es verbliebe zu wenig Einkommen f\u00fcr die weiteren Kostenbl\u00f6cke in der Milchproduktion.<\/p><h2>Fazit<\/h2><p>Die amerikanische Erfolgskennzahl \u00bbIncome over feed cost\u00ab (IOFC) erm\u00f6glicht einen schnellen und aktuellen \u00dcberblick dar\u00fcber, wie viel \u00bbErl\u00f6s nach Futterkosten\u00ab dem Betrieb zur Verf\u00fcgung steht. Entscheidungen im Bereich der F\u00fctterung lassen sich mit dem IOFC zielgerichteter und sicherer treffen. Von Vorteil ist die M\u00f6glichkeit einer Auswertung nach Laktationsstadien, da so Fehler im Herdenmanagement oder in der F\u00fctterung differenziert aufgedeckt werden. Grundvoraussetzung ist eine konstante und aktuelle Datengrundlage, sowie eine regelm\u00e4\u00dfige Auswertung. Die IOFC Ergebnisse k\u00f6nnen innerbetrieblich und mit anderen Betrieben verglichen werden. Betriebsentwicklungen im Bereich der F\u00fctterung lassen sich so gut abbilden.<br \/>Viel Erfolg und gesunde K\u00fche!<br \/>Deine Denise<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wei\u00dft du, was von deinen Milcherl\u00f6sen nach Abzug der\u00a0Futterkosten \u00fcbrig bleibt? Denise V\u00f6lker stellt eine betriebliche\u00a0Kennzahl vor, die in den USA schon weit verbreitet, bei uns aber\u00a0noch relativ unbekannt ist. Original-Artikel anzeigen Die Futterkosten machen 40 bis 60 % der Gesamtkosten der Milcherzeugung aus. Hier ergibt sich mit einer Rationsumstellung gro\u00dfes Optimierungspotential. 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